
Labor in der Rückstandsanalytik
Die Rückstandsanalytik im CVUA-OWL umfasst den Nachweis und die mengenmäßige
Bestimmung von Arzneimittelrückständen
und Umweltkontaminanten.
Arzneimittelrückstände können in Lebensmitteln tierischer Herkunft
auftreten, weil in der heutigen Nutztierhaltung viele verschiedene Tierarzneimittel
eingesetzt werden. Diese verwendeten Tierarzneimittel verteilen sich im Tierkörper
und werden, je nach Art, mehr oder weniger schnell wieder ausgeschieden.
Manche Tierarzneimittel werden vom tierischen Organismus metabolisiert (chemisch
verändert).
Im Bereich Rückstandsanalytik werden tierische Matrices (Muskulatur,
Leber, Niere, Urin etc.) auf Rückstände dieser Arzneimittel und
ihrer Metaboliten hin untersucht.
Manche Arzneimittel dürfen gar nicht als Rückstand auftreten, für
andere gibt es Höchstwerte, das bedeutet, dass Rückstände nur
bis zu einer bestimmten vorgegebenen Menge erlaubt sind.
Bewertungsgrundlage für die erhaltenen Messergebnisse sind verschiedene
nationale oder auch EU-Regularien wie zum Beispiel die Rückstands-Höchstmengen-Verordnung
oder die Verordnung (EWG) Nr. 2377/90 mit ihren Folgeverordnungen.
Umweltkontaminanten umfassen verschiedene Schwermetalle wie Blei, Cadmium,
Quecksilber und Pestizide wie DDT und PCB´s.
Zur Bearbeitung der unter 1. beschriebenen Aufgaben dienen folgende Untersuchungsprogramme:
Der Nationale Rückstandskontrollplan (RKP) wird jährlich vom Bundesinstitut
für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)
in Berlin herausgegeben. Es handelt sich um einen Plan, der sich an den Schlachtzahlen
orientiert, d. h. in Gebieten mit hohen Schlachtzahlen werden auch viele Proben
untersucht.
Die Probenahme wird über die Kreisordnungsbehörden abgewickelt.
Die Proben nach RKP werden direkt an der Quelle, d. h. aus dem Erzeugerbetrieb
oder vom Schlachthof entnommen.
Untersucht werden hauptsächlich Proben von Schweinen, Rindern, Wild,
Kaninchen, Geflügel, Eiern, Milch und Honig.
Im Rahmen des RKP werden jährlich ca. 3500 Proben auf Rückstände
untersucht. Die Arbeiten für diesen Plan nehmen ca. 80 bis 90% der zur
Verfügung stehenden Zeit in Anspruch. Der Rest verteilt sich auf die
unter 2.b) bis 2.e) beschriebenen Aufgaben.
Im Rahmen des Bundesweiten Lebensmittelmonitoring untersucht der Rückstandsbereich jährlich wechselnde Probenarten auf das Vorhandensein bestimmter Pestizid-Umweltkontaminanten. Als Probenart sind beispielsweise Gänse, Rinder, Butter, Schafskäse oder Fische zu nennen.
Die ZBU sind ein Programm des Landes Nordrhein-Westfalen. Die ZBU sind ein flexibles Instrument, um mögliche Problemstellungen zu erkennen. Die beteiligten Untersuchungseinrichtungen formulieren jährlich Untersuchungsziele. Diese Untersuchungsziele können sich an aktuellen Vorkommnissen orientieren.
Zusätzlich zu den ca. 3500 Proben, die jährlich im Rahmen des Rückstandskontrollplanes
(RKP) auf Rückstände untersucht werden, werden im Bereich Mikrobiologie,
ebenfalls nach Vorgabe des RKP, ca. 20 000 Proben auf Hemmstoffe untersucht.
Diejenigen Proben, die in diesem Hemmstofftest positiv sind, enthalten einen
oder mehrere antibiotisch wirksame Stoffe.
Im Bereich Rückstände wird versucht, diese antibiotisch wirksamen
Stoffe zu identifizieren und zu quantifizieren.
In diesem Zusammmenhang werden jährlich ca. 50 bis 100 Proben nachuntersucht.
Häufig werden dabei Tetracycline, Benzylpenicillin, Enrofloxacin, Sulfonamide,
Makrolide und auch nicht antibiotisch wirksame Substanzen wie Flunixin gefunden,
da diese bei einer Antibiotikabehandlung oft komedikamentiert werden.
In diesen Bereich fällt die Untersuchung von Proben aufgrund aktueller
verbraucherschutz-relevanter Vorkommnisse. Als Beispiel seien die Untersuchung
von Chloramphenicol in bestimmten Aquakulturen wie Shrimps, Nitrofen in Geflügel,
Medroxyprogesteronacetat (MPA) in Geflügel oder Nikotin in Geflügel
und Eiern genannt.