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 Labortätigkeit

Strahlenmessplatz


Probenahme Teichwasser

Nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl wurde die  Strahlenmessstelle in Detmold eingerichtet. Somit verfügt jeder der fünf Regierungsbezirke in Nordrhein-Westfalen über  eine eigene Messeinrichtung.
Das Strahlenschutzvorsorgegesetz (StrVG, BGBL. 1986; S. 2610) regelt die Aufgaben des Bundes und der Länder.
Es werden folgende Programme unterschieden:
Routinemessprogramm (Normalbetrieb)
Intensivmessprogramm ( nach einem Ereignisfall mit nicht   unerheblichen radiologischen Auswirkungen)

In welchen Bereichen  wird die Radoaktivität  ermittelt?

Nach dem §3  Strahlenschutzvorsorgegesetz sind wir für die Untersuchung von Lebensmitteln, Futtermitteln, Trinkwasser, Grundwasser und oberirdische Gewässer (außer Bundeswasserstraßen), Abwasser, Klärschlamm, Boden und Pflanzen zuständig.

Wo kann ich die Grundlagen
zum  Strahlenschutzvorsorge- gesetz nachlesen?

Im gemeinsamen Jahresbericht  der amtlichen Messstellen für Umweltradioaktivität NRW werden folgende Themen ausführlich dargestellt:
1.Grundlagen der Überwachung der Radioaktivität  in der Umwelt nach dem Strahlenschutzvorsorgegesetz
2. Radiologische Grundlagen
3. Messprogramme
4. Integriertes Mess- und Informationssystem (IMIS)
5. Messergebnisse 2002

Welche Strahlungsarten werden gemessen?

Gammastrahlung
Betastrahlung

Wie ist die Probenahme geregelt?

Für die Entnahme  der Lebensmittel- und Futtermittelproben (auf Veranlassung unserer Messstelle)  sind die Ordnungsbehörden der Kreise und kreisfreien Städte zuständig.  Die Umweltproben entnehmen wir selbst.

Wie wird die Analyse der Proben  durchgeführt?

1. Gammaspektrometrie:
Die  Proben werden gewaschen, zerkleinert und in spezielle Behälter eingefüllt und auf  einen der vier Detektoren gestellt.
Die Kalibrierung der Messketten erfolgt  mit  einem geeichten Standard, der  mehrere Nuklide  in bekannter Aktivität enthält.
Die Auswertung  erfolgt durch Vergleich  der Messdaten  des Standards mit den Messdaten der Probe.

2. Strontiumbestimmung (Betamessung):
I
m Gegensatz  zur  Gammamessung ist die Aufarbeitung der Proben  für die Strontiumbestimmung sehr  zeitintensiv.  Das Strontium wird in mehreren  Trennungsgängen von den anderen Alkali-, Erdalkalielementen abgetrennt  und nach  ca. 14 Tagen  Aufarbeitung  mit einem Betacounter bestimmt.

3. Tritiumbestimmung in Oberflächen- und Sickerwasser (Betamessung):
Die Aufreinigung erfolgt mittels Destillation. Der Tritiumgehalt wird mittels Flüssigszintillator bestimmt.

Was bedeutet Imis?

Imis= Integriertes Mess- und Informationssystem. Dieses System  umfasst die Messeinrichtungen bei Bund und Ländern  und dient der Übermittlung, Aufbereitung und Dokumentation  der Daten. In dieses bundesweite DV-Netzwerk werden alle erhobenen Daten eingestellt.

Wie  hoch sind die ermittelten Werte?

Mehr als 25 Jahre  nach "Tschernobyl" ist die künstliche Radioaktivität  in Lebensmitteln  größtenteils auf unauffällige Werte zurückgegangen. Lediglich Wild und Wildpilze weisen noch deutliche Werte an radioaktivem Cäsium auf.
Besonders hohe Werte an Cäsium 137 wurden in Wildschweinen aus der Senne und angrenzenden Jagdrevieren  festgestellt . Die maximale nachgewiesene Cäsiumbelastung betrug 2000 Bq/kg und lag damit erheblich über den zulässigen Grenzwert von 600 Bq/kg.  Bei Überschreitung dieses Grenzwertes werden die Tiere  als untauglich beurteilt. (Fleischhygieneverordnung, Anlage1, Nr. 7.7.3)