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Befundpräsentation Hinweise für Einsender

Virologie

Immunfluoreszenz Tollwutvirusantigen
Immunfluoreszenz: Tollwut positiv

Viren sind sehr klein, ihre Größe liegt zwischen 20 und 300 nm (1nm = 10-9 m). Sie bestehen aus der viralen DNA oder RNA und einer Schutzhülle aus Proteinen und Lipiden. Identisch vermehren können sie sich nur in Wirtszellen, da sie keinen eigenen Stoffwechsel haben und auf die Versorgung durch die Wirtszelle angewiesen sind.
Aufgrund ihrer Größe sind sie im Lichtmikroskop nicht mehr sichtbar, dagegen im Elektronenmikroskop. Diese Untersuchungsmethode ist aber nur dann sinnvoll durchzuführen, wenn in einer Probe Virus in relativ reiner und konzentrierter Form vorliegt, wie z.B. in Pocken- oder Herpesbläschen und in frischen Kotproben. Mit Hilfe des Elektronenmikroskops lässt sich innerhalb von ca. 2 Stunden Virus im Untersuchungsmaterial nachweisen.

Diese Untersuchungsmöglichkeit besteht am CVUA-OWL nicht.  Wir bedienen uns daher anderer und gebräuchlicherer Verfahren:

Direkter Nachweis (Antigen, Genom)

Immunfluoreszenz

Die Immunfluoreszenz wird z.B. bei der Bestimmung des Tollwutvirus eingesetzt. Es handelt sich dabei um einen Antigennachweis. Hiermit werden Tollwutvirusinfektionen beim Tier schnell und sicher diagnostiziert. Im positiven Fall liegt das Ergebnis nach 2 Stunden vor. Die kurze Untersuchungsdauer ist hier von größter Bedeutung, da das Ergebnis wichtig für die Entscheidung über eine Tollwut-Impfung ist. Im negativen Fall werden zur Absicherung des Ergebnisses weitergehende Untersuchungen wie z.B. Zellkulturuntersuchungen eingeleitet, deren Ergebnisse aber erst nach mehreren Tagen vorliegen.

AG-ELISA

Bei der ELISA-Methode (Enzyme Linked Immuno Assay) lagern sich enzymgekoppelte virusspezifische Antikörper an das zu untersuchende Virus. Da hierbei Virusantigen nachgewiesen wird, wird diese Methode als Antigen-ELISA (AG-ELISA) bezeichnet. Diese Methode ist in der Virologie sehr verbreitet und dient zum Nachweis von z.B. Schweinepestvirusantigen. Bakterielle Kontaminationen der Probe erschweren die Diagnose, weswegen in diesen Fällen eine weitere Methode zur Absicherung des Ergebnisses durchgeführt wird.

PCR-Diagnostik

Für den Nachweis kleinster Mengen an viraler Nukleinsäure - es ist nicht nötig, dass das komplette Virus vorhanden ist - wird heute die PCR-Technik (Polymerase-Kettenreaktion) eingesetzt. Im Untersuchungsmaterial vorhandene virale Nucleinsäure wird dabei im Labor vielfach vermehrt und erst anschließend identifiziert. Mit dieser Methode lassen sich latente Virusinfektionen, bei denen sich nur zeitweise Virus vermehrt, auch zum Zeitpunkt der Latenz, also außerhalb des Vermehrungszyklus, nachweisen (z.B. Herpesvirusinfektionen beim Rind)
Das gilt auch für nicht virale Erreger, auf die gleichfalls im Labor der Diagnostischen Molekularbiologie untersucht wird.

Direkter Nachweis von  vermehrungsfähigem Virus

Virusanzüchtung in Zellkulturen

Oftmals reicht die Konzentration an Viren nicht aus, um sie direkt nachweisen zu können. Man muss sie daher vermehren. Dafür eignen sich Versuchstiere, embryonierte Eier und lebende Zellen. Im CVUA-OWL werden Zellkulturen verwendet. Wenn im Ausgangsmaterial vermehrungsfähiges Virus enthalten ist, kann dieses hierdurch nachgewiesen werden. Lebende Zellen lassen sich unter sterilen Bedingungen aus fast allen Organen und Geweben von Säugern, Vögeln und auch Kaltblütern gewinnen. Die Zellinien werden in unserer Zellbank fortwährend durch Subkultivierung am Leben erhalten.
Für den Virusnachweis in der Zellkultur werden die an der Kulturgefäßwandung anhaftenden Zellen mit Untersuchungsmaterial beimpft. Zellzerstörende Effekte, die ein Virus häufig im Zuge seiner Vermehrung in Zellkulturen erzeugt, lassen sich im Lichtmikroskop bei schwacher Vergrößerung durch die Wand des Kulturgefäßes verfolgen. Für den Nachweis einer Virusart verwendet man möglichst eine Zellart, die durch die Virusart sichtbar geschädigt wird. Kommt es zu einer virusbedingten Veränderung in der Zellkultur, so muss das angezüchtete Virus durch zusätzliche Methoden, die unter 1 bis 3 beschrieben sind, typisiert werden.
Der Nachteil bei der Anzucht von Viren besteht in der längeren Untersuchungsdauer im Vergleich zum direkten Virusnachweis nach den Punkten 1 bis 3. Von Vorteil ist jedoch, dass es sich bei den nachgewiesenen Viren um vermehrungsfähige Erreger handelt, denn nur diese können eine Gefahr bei ihrer Übertragung darstellen.
Nicht nur Viren, sondern auch die zu den Bakterien zählenden Chlamydien (Erreger von z.B. der Papageienkrankheit), werden im Rahmen der Labordiagnose in Zellkulturen vermehrt.

Indirekter Nachweis von Virusinfektionen

Serologische Nachweisverfahren

Virusinfektionen lassen sich oft, vor allem wenn sie länger zurückliegen, direkt wie z.B. durch Virusanzucht nicht mehr nachweisen. Um dennoch solche Infektionen festzustellen, nutzt man die Eigenschaft von Viren, im Körper eine Immunreaktion, also Antikörper, hervorzurufen. Sind Antikörper im Blut vorhanden, lässt dies auf eine frühere Infektion rückschließen.

Wegen der hohen Spezifität dieser Virus-Antikörper-Bindung stellen serologische Reaktionen wichtige und zuverlässige Teste in der Diagnose von Viruskrankheiten dar. Sie haben bei vielen diagnostischen Fragestellungen eine große Bedeutung.
Einige davon werden in unserer  Immunologie untersucht.

Welche Viren weisen wir nach?

Wir führen Untersuchungen zum Nachweis von Viren durch, die Tierkrankheiten wie z.B. die Schweinepest auslösen oder von solchen, die gefährlich oder sogar tödlich für Menschen sind. Als Beispiel ist das Tollwutvirus zu nennen.
Näheres im Untersuchungsspektrum.