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Hinweise für Einsender

Immunologie Sanierungsprogramme


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Probenverteilautomat


Im Dezernat 230 Immmunologie werden in erster Linie Blut- und Milchproben auf Antikörper gegen Krankheitserreger bzw deren Antigene untersucht. Damit sollen die Tiere gefunden werden, die für die Verbreitung meist seuchenhaft verlaufender Krankheiten eine Rolle spielen. Der durch Tierseuchen verursachte wirtschaftliche Schaden ist beträchtlich. Einige der Erkrankungen sind auf den Menschen übertragbar. Darüber hinaus ist das Auftreten von Tierseuchen oft mit erheblichen Handelshemmnissen verbunden. Aus diesen Gründen sind bei einigen Tierseuchen Bekämpfungs- programme etabliert die im günstigsten Falle zu einer Sanierung führen und dann in ein Überwachungs- programm überführt werden.

Näheres zum Untersuchungsspektrum

Indirekter Erregernachweis über Antikörper

Krankheitserreger hinterlassen Spurenim Blut eines betroffenen Tieres, oft auch ohne das Tier krank zumachen oder zu töten. Das Immunsystem reagiert auf einen Erregermit der Bildung spezifischer Antikörper. Diese Antikörper sind u.U recht lange im Blut bzw. in der Milch nachzuweisen und gelten als Beweis für einen stattgefundenen Kontakt. Da solche Tiere eventuell die Erreger weiterverbreiten können, werden sie über den Antikörpernachweis gesucht und dann gemaßregelt. Methoden der Immunologie Antikörper können mit verschiedenen Methoden nachge- wiesen werden. Dabei wird immer ein Antigen als Reaktionspartner für den Antikörper benötigt, um diesen sichtbar zumachen. Bei den Antigen handelt es sich um eine nicht infektiöse Präparation des Erregers.

Untersuchungsmethoden

  1. ELISA: Beim Enzyme-Linked-Immuno-Sorbent-Assay (ELISA) wird die Reaktion von Antikörper und Antigen an ein Enzym gekoppelt, welches in der Lage ist, ein zuzugebendes Substrat farblich umzusetzen. Die entstandene Farbintensität wird mittels Photometer gemessen und zeigt die Menge der Antikörper an. Der Test wird heutzutage bei vielen Fragestellungen eingesetzt. Der große Vorteil liegt in der Automatisierbarkeit und der Möglichkeit, die zu untersuchenden Daten mittels EDV zu erfassen. Dies bedeutet einen hohen apparativen Aufwand. Insgesamt ist der ELISA eine sehr sensitive Methode.

  2. RBT: Im Rose-Bengal-Test wird das Serum eines Tieres mit dem Antigen in einer Tüpfelplatte vermischt. Wenn Antikörper vorhanden sind, bilden sich Agglutinate, die wie fein geronnene Milch aussehen. Zur besseren Sichtbarmachung ist dem Antigen ein rosa Farbstoff beigemischt. Der Test ist sehr schnell auch an großen Probenzahlen durchzuführen.

  3. y-IFN-Test: Bei Gamma-Interferon (y-IFN) handelt es sich um einen immunologischen Botenstoff, der nach Kontakt mit einem erregerspezifischen Antigen von weißen Blutkörperchen (T-Lymphozyten) freigesetzt wird. Der y-IFN-Test wird zum Beispiel für den Nachweis der Rindertuberkulose eingesetzt. Dabei wird frisch entnommenes, ungekühltes Heparin-Blut im Labor mit dem Erreger-Antigen (z.B. Rindertuberkulin) stimuliert. Hatte ein Rind schon Kontakt mit dem Tuberkuloseerreger, so reagieren die noch lebensfähigen Lymphozyten in der Blutprobe auf die Stimulation mit Ausschüttung von y-IFN, welches anschließend in einem ELISA-Test nachgewiesen wird. Eingesetzt wird diese Methode auf Grundlage der Tuberkulose-Verordnung beispielsweise zur Abklärung fraglicher Ergebnisse im Hauttest am lebenden Tier.