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Trichinellose

ist eine von  Tieren auf  Menschen übertragbare meldepflichtige Krankheit.

Die adulten Trichinen (Darmtrichinellen)  sind relativ klein (Weibchen 3-4 mm x 60 µm,

Männchen 1-1,6 mm x 50 µm) und leben für maximal 4-6 Wochen im Darm von Fleischfressern bzw. Alllesfressern. Im Darm produzieren die befruchteten Weibchen etwa 2000 Larven von  90-120 µm Länge; diese dringen nach  etwa 1-2 Tagen in den Blutstrom ein und gelangen so in die Muskulatur (Muskeltrichinellen) und andere Organe. Beim Menschen erfolgt die Infektion durch Genuss von infiziertem und ungekochtem Fleisch u.a. von Schwein, Bär und  Pferden.  Nach einer Inkubationszeit von 5-7 Tagen  kommt es zu unterschiedlichen Krankheitssymptomen. Starker Befall äußert sich  zunächst  in Leibschmerzen, Übelkeit und Durchfällen. Später folgen Muskelschmerzen, Fieber, Gesichtsschwellung oft in Verbindung mit Augenentzündung. Bei Tieren wird der Befall durch künstliche Verdauung von Muskelteilen z.B. bei der amtlichen Trichinenuntersuchung festgestellt. Bei Menschen erfolgt die Diagnose  vor allen durch immunbiologische Nachweisverfahren. Die Behandlung  sollte möglichst frühzeitig beginnen und erfolgt mit Albendazol, Mebendazol oder Tiabendazol. Bei schweren Fällen sind zudem Kortikosteroide  empfehlenswert.

Muskelstück mit miliaren Herden mit jeweils einer Trichinenlarve durchsetzt (eigene Festellung beim Eisbär, 1983)

Kompressoriumspräparat  mit Muskeltrichinelle, abgekapselt und eingerollt.

Sieben Abschnitte einer Muskeltrichinelle im histologischen Schnitt, abgekapselt.

Zwei Muskeltrichinellen, gewonnen durch künstliche Verdauung.

Drei Anschnitte einer Muskeltrichinelle. Biopsiepräparat eines Menschen (Aufnahme KVA  Lippe 1995)

Kreislauf  "Trichinella spiralis". Am unteren Bildrand je ein adultes Männchen und Weibchen. Nach Piekarski 1973