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Toxoplasmose

îst eine weltweit verbreitete Erkrankung bei vielen Tieren und bei Menschen.

Der Erreger "Toxoplasma gondii" ist ein Einzeller, der zur Gruppe der Kokzidien

(Sporentierchen) gehört. Endwirte sind nur Katzen, die im Kot Toxoplasma-Dauerstadien (Oocysten) ausscheiden. Die Infektion bei Menschen erfolgt  nach Aufnahme  von Toxoplasmen durch Kontakt mit infizierten Katzen, häufiger jedoch durch den Verzehr von rohem oder ungenügend hitzebehandeltem toxoplasmahaltigem Schweinefleisch. Bis zu 80% älterer Menschen haben im Laufe der Zeit Toxoplasmen aufgenommen, die lebenslang in den Organen  persistieren. Häufig verläuft die Toxoplasmose unbemerkt. Es kann jedoch auch zu schwerwiegenden Schädigungen an Gehirn, Auge, Herz, Muskel, Haut und anderen Organen kommen. Große Schädigungsgefahr besteht nur bei Erstinfektion der Mutter während der Schwangerschaft. Davon sind  jährlich etwa 300-400 Feten in Deutschland betroffen. Eine Behandlung der nachweislich infitierten Schwangeren ist notwendig, um das Risiko der Entwicklung von Spätschäden bei Feten zu reduzieren. Die konatale Toxoplasmose ist meldepflichtig. Die Diagnose der Toxoplasmose erfolgt durch immunologische Blutuntersuchungen, Gewebebiopsien und bei der Katze zusätzlich durch Kotuntersuchung. Bei mit HIV Infizierten kommt der Toxoplasmose als Komplikation in Form einer Gehirn- und Herzmuskelentzündung enorme Bedeutung zu.

Toxoplasma-Kreislauf. (Aufnahme J. P. Dubey 1986)

Toxoplasma-Dauerstadien (Oozysten) aus Katzenkot. Links  reife Oozyste mit zwei Sporozysten.   Naturgröße 10x 5 µm

Toxoplasma-Zyste im Gehirn einer Katze (160fach vergrößert). Naturgröße 70 µm

 Anschnitt einer  Toxoplasma-Zyste im Gehirn einer Katze (160fach vergrößert). Naturgröße 70 µm. Deutliche Entzündung mit Rundzellinfiltration und Gewebsnekrose.

Augentoxoplasmose. Atrophie und Hyperpigmentierung der erkrankten Stelle. Nach Huismann 1979.