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Labortätigkeit Hinweise für Einsender

Bakteriologie

Labor-Bild
Probenmaterial wird auf eine Nährmedien-Platte mit steriler Platinöse ausgestrichen

Der Nachweis von Bakterien, die Krankheiten bei Tieren hervorrufen, ist Schwerpunkt im Laborbereich Bakteriologie des  CVUA-OWL. Ein besonderes Augenmerk gilt auch Bakterienarten, die von Tieren auf Menschen übertragbare Krankheiten verursachen, die sogenannten Zoonosen. So können  z. B. Salmonelleninfektionen bei Tieren ein Gesundheitsrisiko für den Menschen darstellen, wenn sie in roh verzehrten Lebensmitteln wie Fleisch, Eier, Milch enthalten sind.
In einigen Fällen dienen die Untersuchungen auch dem Nachweis der Abwesenheit von Krankheitserregern (Futtermittel-, Export-, Sterilitätsuntersuchungen, Bekämpfungsprogramme).
Näheres zum Untersuchungsspektrum.

 

Nachweismethoden  Färbung
Anzüchtung

Einige Bakterien können aufgrund ihres speziellen Färbeverhaltens direkt in Ausstrichpräparaten mikroskopisch nachgewiesen werden (z.B. Tuberkuloseerreger). Üblicherweise werden Bakterien jedoch auf  festen oder flüssigen Medien angezüchtet, vermehrt und danach identifiziert.  Ausgangspunkt jeder weiteren Untersuchung bildet eine Reinkultur  der  zunächst unbekannten  Bakterienpopulation.

 

Differenzierung über spezielle Merkmale

Aufgrund  arttypischer morphologischer, chemischer und physiologischer Merkmale können angezüchtete Bakterien identifiziert werden.  In der täglichen Routine spielen die physiologischen Stoffwechselmerkmale, die durch biochemische Reaktionen nachweisbar sind, eine besondere Rolle.
Die Bestimmungstiefe und der damit verbundene Aufwand richten sich auch nach der pathogenen Bedeutung der Erreger. So werden beispielsweise Salmonellen durch die Bestimmung ihrer Antigene bis zum Serovar differenziert.

 

Differenzierung und Nachweis über DNA-Strukturen

In neuerer Zeit wurden Methoden zum Nachweis von DNA-Strukturen von Bakterien entwickelt. Zum Teil werden die Methoden nach Anzucht der Erreger zur schnellen Identifikation (z.B. bei Mykobakterien) oder zum direkten Nachweis in entsprechendem Probenmaterial (z.B. bei Chlamydien) eingesetzt.

 

Nachweis über Antikörper

Bei einigen Bakterien ist auch der Nachweis von Antikörpern von Bedeutung. Antikörper werden von einem infizierten Organismus als Immunantwort auf den Erreger gebildet. Der Nachweis der Antikörper im Blut spielt beispielsweise eine Rolle bei der Brucellose, dem Q-Fieber, der Chlamydiose, Borreliose und der Leptospirose.
Die Antikörper können beispielsweise mit der Mikroagglutinationsmethode bei den Leptospiren nachgewiesen werden: Durch Vorlage der verschiedenen Leptospiren-Serovare lässt sich feststellen, ob in der Blutprobe die dazu "passenden" Antikörper vorhanden sind. Diese bewirken eine mikroskopisch sichtbare Verklumpung der Bakterien.
Weitere Methoden zum Antikörpernachweis entsprechen denen, die auch zum Nachweis von Virus-Antikörpern (z.B. ELISA) verwendet werden.

 

Resistenztest

Bakterien zeigen gegenüber sogenannten "Antibiotika und Chemotherapeutika" eine unterschiedliche Wachstumsempfindlichkeit. Wie dieses individuelle "Resistenzverhalten" beschaffen ist, lässt sich durch Anzucht der Bakterien feststellen. Man konfrontiert sie in oder auf einem Medium mit diesen Substanzen und wertet ihr weiteres Wachstum aus.
Resistent: der Keim wächst trotz zugesetztem Chemotherapeutikum Sensibel:  der Keim wird durch den Arzneimittel-Wirkstoff  im Wachstum gehemmt. Ein solches Mittel ist zur Behandlung einer bakteriellen Infektionskrankheit bevorzugt einzusetzen.

 

Hemmstofftest

Der "Hemmstofftest" läuft sehr ähnlich. Nieren und Muskelgewebe von Schlachttierkörpern werden auf die Oberfläche einer Nähragar-Platte  gelegt, in die vorher Bacillus-subtilis-Sporen eingemischt wurden. Der Testkeim wird durch Bebrütung zum Wachstum gebracht. Sind im Gewebe Substanzen enthalten, die das Bakterienwachstum hemmen, so entsteht eine klare Hemmzone. Bei Schlachttieren kann man damit Arzneimittelrückstände nachweisen.  Solche Rückstände sind in Schlachttierkörper weitgehend verboten.
Außerdem kann der Test an klinischem Material erklären, warum z.B. eine erwartete Bakterienanzucht  nicht erfolgreich war.

 

Antibiotikaspiegel

Entsprechend lässt sich mit standardisierten Methoden feststellen, ob beispielsweise im Blut eines Tieres eine bestimmte Menge eines Antibiotikum vorhanden ist oder nicht.